Unfallkasse Baden-Württemberg

Selbsthelfer im öffentlich geförderten Wohnungsbau

Dazu zählen:

  • der Bauherr selbst
  • seine Angehörigen (Ehegatte, Lebenspartner, Verwandte und Verschwägerte in gerader Linie und zweiten Grades Seitenlinie, Pflegekinder und Pflegeeltern)
  • andere, die unentgeltlich oder auf Gegenseitigkeit tätig werden.

Voraussetzungen für den Versicherungsschutz als Selbsthelfer im öffentlich geförderten Wohnungsbau:

  • Schaffung von Wohnraum (keine Renovierungs- und Instandhaltungsarbeiten)
  • Förderung des Wohnungsbaus mit öffentlichen Mitteln im Sinne des II. Wohnungsbaugesetzes oder nach § 16 Abs. 1 Nr. 1 - 3 des Wohnraumförderungsgesetzes. Ein entsprechender Bescheid über die Bewilligung muss vorliegen
  • Es wird eine Eigenleistung in Form der Selbsthilfe (= tätige Mithilfe) erbracht, deren Wert mindestens 1,5 Prozent der Baukosten beträgt.
  • Nutzung als Familienheim durch den Bauherrn und seine Familie oder einen Angehörigen des Bauherrn und dessen Familie.

Erfolgt die Mithilfe am Bauvorhaben durch fremde Arbeitskräfte gegen Entgelt bzw. Sach- oder andere Bezüge, besteht kein Versicherungsschutz nach den genannten Kriterien. Zuständiger Unfallversicherungsträger ist dann grundsätzlich die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft.

Weitere Informationen finden Sie hier: versicherte Tätigkeiten

Helfer bei kurzen nicht gewerbsmäßigen Bauarbeiten

Voraussetzungen für den Unfallversicherungsschutz als Helfer bei kurzen nicht gewerbsmäßigen Bauarbeiten:

  • Für die einzelne geplante Bauarbeit wird nicht mehr als die im Bauhauptgewerbe geltende tarifliche Wochenarbeitszeit (derzeit 40 Stunden) tatsächlich verwendet, wobei mehrere nicht gewerbsmäßige Bauarbeiten zusammengerechnet werden, wenn sie einem einheitlichen Bauvorhaben zuzurechnen sind.
  • Bei der Berechnung der Arbeitsstunden sind die Arbeitsstunden des Bauherrn und der nicht versicherten Bauhelfer nicht zu berücksichtigen.

Wichtiger Hinweis: Nicht versichert sind der Bauherr selbst und sein Ehegatte. Für sie besteht jedoch die Möglichkeit, bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft eine freiwillige Bauherrenversicherung abzuschließen.

Für die Helfer ist Versicherungsschutz gegeben, wenn es sich um eine ernstlich dem fremden Unternehmen dienende Tätigkeit handelt,

  • die dem ausdrücklichen oder mutmaßlichen Willen des Bauherrn entspricht,
  • die von Personen in einem dem allgemeinen Arbeitsmarkt zugänglichen Beschäftigungsverhältnis verrichtet werden kann und
  • nach den Umständen des Einzelfalles arbeitnehmerähnlich ist.

Eine Arbeitnehmerähnlichkeit liegt dann nicht vor, wenn es sich um eine durch die verwandtschaftliche, gut nachbarschaftliche oder freundschaftliche Beziehung geprägte Gefälligkeitsleistung handelt.

Ist dies der Fall, ist zuständiger Leistungsträger die jeweilige gesetzliche oder private Krankenversicherung.

Weitere Informationen finden Sie hier: versicherte Tätigkeiten